Das Sehvermögen durch Algengene wiedererlangen?

22/02/2024

Die Optogenetik findet in der Grundlagenforschung vielfältige Anwendungen mit vielversprechenden klinischen Perspektiven. Fokus auf ihre Anwendung bei einem Patienten mit Retinitis pigmentosa.

Die Optogenetik ist eine Technik, die 𝐋𝐢𝐜𝐡𝐭𝐬𝐭𝐢𝐦𝐮𝐥𝐚𝐭𝐢𝐨𝐧 𝐮𝐧𝐝 𝐆𝐞𝐧𝐞𝐭𝐢𝐤 miteinander verbindet. Das Prinzip beruht auf der 𝐠𝐞𝐧𝐞𝐭𝐢𝐬𝐜𝐡𝐞𝐧 𝐕𝐞𝐫𝐚̈𝐧𝐝𝐞𝐫𝐮𝐧𝐠 von Zellen, damit sie Proteine, die sogenannten Opsine, produzieren, die bei Lichtstimulation ein elektrisches Signal übertragen können. Es gibt mehrere Familien dieser Proteine, darunter die 𝐂𝐡𝐚𝐧𝐧𝐞𝐥𝐫𝐡𝐨𝐝𝐨𝐩𝐬𝐢𝐧𝐞, die aus 𝐞𝐢𝐧𝐳𝐞𝐥𝐥𝐢𝐠𝐞𝐧 𝐀𝐥𝐠𝐞𝐧 stammen.

Die Optogenetik ist ein besonders interessanter Ansatz in der Forschung zur Behandlung von Blindheit. Tatsächlich wandeln die Photorezeptoren der Netzhaut visuelle Informationen in elektrische Botschaften um, die über den Sehnerv an das Gehirn weitergeleitet werden. 𝐑𝐞𝐭𝐢𝐧𝐢𝐭𝐢𝐬 𝐩𝐢𝐠𝐦𝐞𝐧𝐭𝐨𝐬𝐚 wird durch die Degeneration der Photorezeptoren verursacht. Diese Therapie 𝐰𝐮𝐫𝐝𝐞 𝟐𝟎𝟐𝟏 an einem 58-jährigen Patienten mit dieser Erkrankung im fortgeschrittenen Stadium getestet und verhalf ihm zu 𝐞𝐢𝐧𝐞𝐫 𝐭𝐞𝐢𝐥𝐰𝐞𝐢𝐬𝐞𝐧 𝐖𝐢𝐞𝐝𝐞𝐫𝐡𝐞𝐫𝐬𝐭𝐞𝐥𝐥𝐮𝐧𝐠 𝐝𝐞𝐬 𝐒𝐞𝐡𝐯𝐞𝐫𝐦𝐨̈𝐠𝐞𝐧𝐬. Mehrere Monate nach der intraokularen Injektion des für ein Channelrhodopsin kodierenden Gens konnte der Patient mithilfe einer Spezialbrille 𝐆𝐞𝐠𝐞𝐧𝐬𝐭𝐚̈𝐧𝐝𝐞 𝐥𝐨𝐤𝐚𝐥𝐢𝐬𝐢𝐞𝐫𝐞𝐧, 𝐳𝐚̈𝐡𝐥𝐞𝐧 𝐮𝐧𝐝 𝐛𝐞𝐫𝐮̈𝐡𝐫𝐞𝐧, was vor der Injektion nicht möglich war.

Als nächstes planen die Forscher die 𝐄𝐱𝐩𝐫𝐞𝐬𝐬𝐢𝐨𝐧 𝐝𝐞𝐬 𝐂𝐡𝐚𝐧𝐧𝐞𝐥𝐫𝐡𝐨𝐝𝐨𝐩𝐬𝐢𝐧𝐬 𝐳𝐮 𝐦𝐚𝐧𝐢𝐩𝐮𝐥𝐢𝐞𝐫𝐞𝐧, damit mehr Zellen auf schwächere Lichtsignale reagieren können. Auch wenn die Ergebnisse bei diesem Patienten vielversprechend sind und einen 𝐏𝐫𝐨𝐨𝐟 𝐨𝐟 𝐂𝐨𝐧𝐜𝐞𝐩𝐭 darstellen, ist der Weg bis zur therapeutischen Anwendung noch weit.