Die Syphilis ist wieder auf dem Vormarsch

26/09/2019

Die Syphilis ist eine folgenschwere Krankheit und hat die Welt mehrere Jahrhunderte lang mit ihrem Schrecken geprägt. Die erste große Epidemie trat im 15. Jahrhundert auf. Über 400 Jahre wurden die Betroffenen mit Quecksilber behandelt.

Im Jahr 1909 entwickelte Paul Ehrlich erstmals eine wirksame Behandlung, und zwar mit dem Wirkstoff Arsphenamin. Dieser wurde 1945 durch das Penicillin abgelöst. Seither ist die Krankheit leicht behandelbar, sofern die Therapie frühzeitig begonnen wird.

Auch wenn sie schon lange bekannt ist, kann die Syphilis mit einer anfänglichen Fehldiagnose, unnötigem Leid und mit Folgeschäden für die Betroffenen einhergehen. Im Tertiärstadium, das nach einer Latenzzeit von 1 bis 30 Jahren eintritt, können die Schäden sehr schwer werden. Es besteht das Risiko von Herz-Kreislauf- und Nervenschädigungen sowie des Abbaus von Weichteilgewebe.

Heute rückt die Syphilis, die bereits vergessen schien, wieder in den Mittelpunkt: Erstmals seit Beginn der 2000er-Jahre werden in Europa mehr Syphilis-Fälle als HIV-Infektionen verzeichnet. Seit 2010 ist die Zahl der Fälle um 70 % gestiegen.