Erste französische Studie über Fibromyalgie

30/05/2019

Im Jahr 2014 wurde eine groß angelegte Studie 1 durchgeführt, um die Auswirkungen der Fibromyalgie, einer komplexen, rheumaähnlichen Krankheit, auf den Alltag zu bewerten.

Die chronische Krankheit verursacht Schmerzen in verschiedenen Körperregionen und vermehrte Erschöpfung. Schlafstörungen, Kopfschmerzen, Verdauungsprobleme, … Die Liste der Symptome ist lang. In Frankreich sind laut der ersten französischen Studie über dieses Syndrom möglicherweise 1,6 % der Erwachsenen von Fibromyalgie betroffen.

Insgesamt nahmen 4 516 Personen an der Studie teil und beantworteten einen Online-Fragebogen. Dadurch sind nunmehr Zahlen über die Krankheit verfügbar und können die Auswirkungen auf den Alltag beurteilt werden. Fibromyalgie betrifft vor allem Frauen (93 %), das Durchschnittsalter der Betroffenen beträgt 48 Jahre. Die Patientinnen und Patienten berichten vor allem von einem Gefühl der Ungerechtigkeit (77 %), kognitiven Störungen (62 %), Angstzuständen (52 %) und Depressionen (48 %).

Rund 77 % der Betroffenen nehmen Medikamente ein, darunter Paracetamol in Kombination mit schwachen (64 %) oder starken Opioiden (20 %). Die Europäische Rheumaliga empfiehlt dagegen, nichtmedikamentöse Behandlungen zu bevorzugen, da die Wirkung der Schmerzmittel begrenzt ist. Zum Beispiel lässt sich durch Muskelübungen die Konzentration von Glutamat, Pyruvat und Laktat in den Muskeln sowie die Schmerzempfindung verringern.

1 Françoise Laroche. Julien Guérin. Déborah Azoulay. La fibromyalgie en France: Vécu quotidien, fardeau professionnel et prise en charge. Enquête nationale auprès de 4516 patients. Revue du Rhumatisme 86, février 2018.