Gibt es einen Zusammenhang zwischen der Mikrobiota und Brustkrebs?

2. April 2026

Die Forschung zur Mikrobiota zeigt seit Jahren, dass sie unerwartete Zusammenhänge mit bestimmten Erkrankungen, wie beispielsweise neurodegenerativen Erkrankungen, aufweist. Eine aktuelle Studie hat nun die Frage nach ihrem Einfluss auf Brustkrebs aufgeworfen.

Die Darmmikrobiota ist ein 𝐅𝐨𝐫𝐬𝐜𝐡𝐮𝐧𝐠𝐬𝐠𝐞𝐛𝐢𝐞𝐭, das derzeit stark an Bedeutung gewinnt. Tatsächlich enthält unser Verdauungstrakt ebenso viele Mikroorganismen wie unser Körper Zellen. Sie besteht aus 𝐧𝐢𝐜𝐡𝐭 𝐩𝐚𝐭𝐡𝐨𝐠𝐞𝐧𝐞𝐧 𝐁𝐚𝐤𝐭𝐞𝐫𝐢𝐞𝐧, 𝐕𝐢𝐫𝐞𝐧 𝐮𝐧𝐝 𝐏𝐢𝐥𝐳𝐞𝐧. Sie befindet sich hauptsächlich im Dickdarm und im Dünndarm und ist an den V𝐞𝐫𝐝𝐚𝐮𝐮𝐧𝐠𝐬-, 𝐒𝐭𝐨𝐟𝐟𝐰𝐞𝐜𝐡𝐬𝐞𝐥-, 𝐈𝐦𝐦𝐮𝐧- 𝐮𝐧𝐝 𝐧𝐞𝐮𝐫𝐨𝐥𝐨𝐠𝐢𝐬𝐜𝐡𝐞𝐧 𝐅𝐮𝐧𝐤𝐭𝐢𝐨𝐧𝐞n des Körpers beteiligt. Ungleichgewichte in der Darmmikrobiota (𝐃𝐲𝐬𝐛𝐢𝐨𝐬𝐞𝐧) spielen beispielsweise bei entzündlichen Darmerkrankungen, Stoffwechsel- und Herz-Kreislauf-Erkrankungen, neurodegenerativen Erkrankungen und Entwicklungsstörungen eine Rolle.

Eine Studie eines Teams aus Baltimore hat gezeigt, dass pathogene Darmbakterien (𝐵𝑎𝑐𝑡𝑒𝑟𝑜𝑖𝑑𝑒𝑠 𝑓𝑟𝑎𝑔𝑖𝑙𝑖𝑠), die manchmal in Tumoren vorkommen, die 𝐀𝐤𝐭𝐢𝐯𝐢𝐭𝐚̈𝐭 𝐝𝐞𝐫 𝐒𝐩𝐞𝐫𝐦𝐢𝐧𝐨𝐱𝐢𝐝𝐚𝐬𝐞 𝐟𝐨̈𝐫𝐝𝐞𝐫𝐧. Dieses Enzym ist dafür bekannt, an der 𝐄𝐧𝐭𝐬𝐭𝐞𝐡𝐮𝐧𝐠 𝐮𝐧𝐝 𝐝𝐞𝐦 𝐅𝐨𝐫𝐭𝐬𝐜𝐡𝐫𝐞𝐢𝐭𝐞𝐧 𝐯𝐨𝐧 𝐁𝐫𝐮𝐬𝐭𝐤𝐫𝐞𝐛𝐬 beteiligt zu sein. Tatsächlich begünstigte in dieser Studie ein Anstieg der Sperminoxidase-Spiegel 𝐨𝐱𝐢𝐝𝐚𝐭𝐢𝐯𝐞𝐧 𝐒𝐭𝐫𝐞𝐬𝐬, 𝐄𝐧𝐭𝐳𝐮̈𝐧𝐝𝐮𝐧𝐠𝐞𝐧 𝐮𝐧𝐝 𝐃𝐍𝐀-𝐈𝐧𝐬𝐭𝐚𝐛𝐢𝐥𝐢𝐭𝐚̈𝐭. Ein Anstieg der Entzündungszytokine und des Tumornekrosefaktors alpha verstärkte zudem die Expression und Aktivität der Sperminoxidase und führte so zu einem Teufelskreis.

Diese Entdeckung lässt darauf schließen, dass Sperminoxidase ein 𝐩𝐨𝐭𝐞𝐧𝐳𝐢𝐞𝐥𝐥𝐞𝐬 𝐳𝐮𝐤𝐮̈𝐧𝐟𝐭𝐢𝐠𝐞𝐬 𝐭𝐡𝐞𝐫𝐚𝐩𝐞𝐮𝐭𝐢𝐬𝐜𝐡𝐞𝐬 𝐙𝐢𝐞𝐥 sein könnte, da die Autoren bei Mäusen gezeigt haben, dass Inhibitoren dieses Enzyms die Tumorgröße und die Anzahl der Metastasen bei Tieren verringern, die Stämmen von Bacteroides fragilis ausgesetzt waren.