Kardiovaskuläre Erkrankungen und geschlechtsspezifische Ungleichheiten

2. April 2026

Kardiovaskuläre Erkrankungen sind in der Bevölkerung weit verbreitet. Allerdings sind Männer und Frauen diesen Erkrankungen nicht gleichermaßen ausgesetzt. Und entgegen aller Erwartungen sind Frauen am stärksten gefährdet!

Kardiovaskuläre Erkrankungen sind laut der Weltgesundheitsorganisation weltweit die 𝐡𝐚̈𝐮𝐟𝐢𝐠𝐬𝐭𝐞 𝐓𝐨𝐝𝐞𝐬𝐮𝐫𝐬𝐚𝐜𝐡𝐞. Unter diesen sind Herzinfarkt und Schlaganfall die tödlichsten (𝐞𝐭𝐰𝐚 𝟖𝟓% 𝐝𝐞𝐫 𝐓𝐨𝐝𝐞𝐬𝐟𝐚̈𝐥𝐥𝐞). Wenn man an den typischen Patienten mit einem Herzinfarkt denkt, stellt man sich eher einen Mann vor, der übergewichtig ist, raucht, regelmäßig Alkohol konsumiert oder unter Stress steht. Falsch gedacht: Der Herzinfarkt ist die 𝐡𝐚̈𝐮𝐟𝐢𝐠𝐬𝐭𝐞 𝐓𝐨𝐝𝐞𝐬𝐮𝐫𝐬𝐚𝐜𝐡𝐞 𝐛𝐞𝐢 𝐅𝐫𝐚𝐮𝐞𝐧, während bei Männern Krebs an erster Stelle steht. Zudem sterben schätzungsweise 𝟓𝟔% 𝐝𝐞𝐫 𝐅𝐫𝐚𝐮𝐞𝐧 𝐚𝐧 𝐤𝐚𝐫𝐝𝐢𝐨𝐯𝐚𝐬𝐤𝐮𝐥𝐚̈𝐫𝐞𝐧 𝐄𝐫𝐤𝐫𝐚𝐧𝐤𝐮𝐧𝐠𝐞𝐧, gegenüber 46% der Männer.

Es wurden mehrere Ursachen genannt, um diese 𝐃𝐢𝐬𝐤𝐫𝐞𝐩𝐚𝐧𝐳 𝐳𝐰𝐢𝐬𝐜𝐡𝐞𝐧 𝐌𝐚̈𝐧𝐧𝐞𝐫𝐧 𝐮𝐧𝐝 𝐅𝐫𝐚𝐮𝐞𝐧 zu erklären. Anatomisch gesehen sind die Herzkranzgefäße bei Frauen 𝐤𝐥𝐞𝐢𝐧𝐞𝐫 𝐮𝐧𝐝 𝐠𝐞𝐰𝐮𝐧𝐝𝐞𝐧𝐞𝐫, was die Wahrscheinlichkeit von Komplikationen erhöhen kann. Zudem neigen Frauen dazu, 𝐁𝐫𝐮𝐬𝐭𝐬𝐜𝐡𝐦𝐞𝐫𝐳𝐞𝐧 𝐡𝐞𝐫𝐮𝐧𝐭𝐞𝐫𝐳𝐮𝐬𝐩𝐢𝐞𝐥𝐞𝐧, da sie im Laufe ihres Lebens bereits sehr starke Schmerzen erlebt haben. Eine Studie aus dem Jahr 2024 hatte ebenfalls gezeigt, dass die Schmerzen von Frauen 𝐯𝐨𝐧 𝐝𝐞𝐫 𝐀̈𝐫𝐳𝐭𝐞𝐬𝐜𝐡𝐚𝐟𝐭 𝐢𝐧𝐬𝐠𝐞𝐬𝐚𝐦𝐭 𝐮𝐧𝐭𝐞𝐫𝐬𝐜𝐡𝐚̈𝐭𝐳𝐭 𝐰𝐮𝐫𝐝𝐞𝐧. Schließlich neigen Frauen auch dazu, die kardiologische Rehabilitation, die Rückfälle verhindern soll, weniger konsequent durchzuführen, da sie ihre eigene Gesundheit 𝐨𝐟𝐭 𝐡𝐢𝐧𝐭𝐞𝐫 𝐝𝐢𝐞 𝐢𝐡𝐫𝐞𝐫 𝐅𝐚𝐦𝐢𝐥𝐢𝐞𝐧 stellen.

Darüber hinaus scheinen Frauen – zusätzlich zu den für sie spezifischen Risikofaktoren – 𝐞𝐦𝐩𝐟𝐢𝐧𝐝𝐥𝐢𝐜𝐡𝐞𝐫 𝐚𝐮𝐟 𝐤𝐥𝐚𝐬𝐬𝐢𝐬𝐜𝐡𝐞 𝐑𝐢𝐬𝐢𝐤𝐨𝐟𝐚𝐤𝐭𝐨𝐫𝐞𝐧 wie beispielsweise das Rauchen zu reagieren als Männer. Das durch das Rauchen bedingte Herzinfarktrisiko liegt bei Frauen um 𝟑𝟎% 𝐡𝐨̈𝐡𝐞𝐫 𝐚𝐥𝐬 𝐛𝐞𝐢 𝐌𝐚̈𝐧𝐧𝐞𝐫𝐧. Die Prävention muss daher in dieser Bevölkerungsgruppe deutlich verstärkt werden.